Wandern auf Mallorca


Wandern in Mallorcas Bergwelt

Viele Leute rümpfen beim Thema Mallorca die Nase. Auch ich hatte bisher nicht unbedingt die schönsten Seiten dieses Eilandes kennen gelernt. Aber mein einwöchiger Wanderurlaub im März 2001 überzeugte mich: Diese Insel ist tatsächlich ein Paradies, wenn man in den schönsten Gegenden zur richtigen Zeit abseits des Massentourismus wandert

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Eine schöne Gegend ist auf jeden Fall der gebirgige westliche Teil der Insel, die Serra de Tramuntana.

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Die offenbar beste Zeit ist nach meiner Erfahrung der späte Winter oder das frühe Frühjahr im März. Wenn bei uns in Deutschland noch Temperaturen um den Gefrierpunkt herrschen, kann man auf Mallorca – auch in den Bergen – hemdsärmelig bei sommerlichen Temperaturen inmitten einer grünen und blühenden Natur- oder Kultur-Landschaft wunderschöne Wanderungen unternehmen. Ich hatte jedenfalls das beste Wetter dazu, das ich mir nur wünschen konnte: Blauen Himmel, lachende Sonne.

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Man muss nur einige Voraussetzungen beachten: Die Wanderweg-Infrastruktur ist nicht mit der in Deutschland, Österreich oder der Schweiz zu vergleichen. Wegweiser-Ausschilderung gibt es erst seit Kurzem auf einigen wenigen Strecken (etwa um Sóller herum). Um den richtigen Weg zu finden, benötigt man unbedingt einen Wanderführer. Einen sehr brauchbaren fand ich bei DUMONT aktiv: „Wandern auf Mallorca“ von Susanne Lipps – mit 35 sehr gut beschriebenen Wanderungen verschienener Schwierigkeitsgrade (ISBN 3-7701-4771-5). Die wichtigsten Wegweiser auf den Wanderwegen Mallorcas sind Pyramiden aufeinandergehäufter Steine unterschiedlicher Größe und Farbkleckse auf Steinen und Feldwänden. Es kommt auch vor, dass man den Weg mal aus den Augen verliert und eine Weile suchen muss, um die Fährte wieder zu finden. Die Wege sind meistens steinreich-uneben. Leichte, möglichst knöchelhohe Wanderschuhe mit rutschfester Profilsohle und leichte Bekleidung sind Voraussetzung. Für jede Wanderung empfiehlt es sich, eine Plastikflasche mit Mineralwasser, genügend Proviant, eine vor Sonnenbrand schützende Kopfbedeckung und eine leichte Wetterjacke gegen Höhenwinde oder plötzlichen Wetterumschwung in einem Rucksack oder einer Umhängetasche mitzunehmen. Mir hilft für steilere Auf- und Abstiege immer sehr ein Wanderstab (viele Wanderer sah ich mit einem Teleskopstab oder gar mit zweien). Auf drei Beinen ist man trittsicherer! Es gibt Wanderserviceunternehmen, deren Hilfe man sich gegen Honorar bedienen kann (http://www.mallorca-wandern.de).

Ich habe meine Wanderungen ganz alleine und bewusst unabhängig unternommen. Sehr plötzlich entschloss ich mich zu der Reise. Den Flug buchte ich recht preiswert und unkompliziert (Abbuchung vom Konto und Hinterlegung des Tickets bei kurzfristiger Buchung am Flughafen) für nur 400 DM incl. (Preise je nach Reisezeit recht unterschiedlich!) bei der Air-Berlin (Service-Tel.-Nr. rund um die Uhr in Deutschland: 01801-737800, in Spanien: 901-116402 – Flüge und Buchungsmöglichkeit auch via http://www.airberlin.com). Auch über Flugbörse (http://www.flugboerse.de/phtml/direkt.php) kann man günstige Flüge buchen. In etwa 2 ½ Stunden + 1 Stunde vorher zum Einchecken ist man in Palma de Mallorca und in gleicher Zeit von dort auch wieder zurück. Wenn nicht gerade ausgebucht, hat man häufige Flugverbindungen von vielen deutschen Flughäfen.

Man kann auf Mallorca auch öffentliche Busverbindungen nutzen, die aber meist sternförmig von Palma aus verlaufen. Zwischen Palma und Sóller verkehrt auch der Orangen-Express auf Schienen. Man ist jedoch beweglicher mit einem Mietwagen. Den kann man gleich am Flughafen bekommen und vor dem Rückflug dort unkompliziert wieder loswerden, sollte jedoch nicht das erste (nicht unbedingt auch) beste und teuerste Angebot, sondern sich Zeit zum Vergleich nehmen. In der Flughafenhalle bieten mehrere Verleihfirmen ihre Wagen an. Die preiswerten Kleinwagen waren dort ausgebucht, als ich mich umschaute. Dann sprach mich ein ambulanter Vermieter an, der mir ein weit günstigeres Angebot machte, als die etablierten Leasingfirmen. Bei Senior Pepe (Tel.: 0034-971 473490) erhielt ich einen kleinen fast neuen Japaner (allerdings mit Beule am Heck, die vorsorglich im Vertag vermerkt wurde) für 30.000 Pstas (180 € / 352 DM) für 10 Tage, also für 3.000 Pstas (18 € / 35 DM) täglich.

Pesetas hatte ich mir in Hamburg noch nicht besorgt. Man tauscht auch in Spanien möglichst nicht bei Banken oder Wechselstuben, sondern hebt am Telebanco-Geldautomaten per EC-Bankcard ab, was auch gleich auf dem Flughafen möglich ist. Das Maximum von 30.000 Pstas (180 €) gilt zwar für jede Abhebung, aber man kann mehrmals nacheinander Geld bekommen. Die Gebühren für die Automatenabhebung sind meist geringer als die der Geldwechsler. Ab Januar 2002 wird der Geldumtausch mit Einführung des €-Bargeldes ohnehin entfallen.

Frühzeitig deckte ich mich mit einem großen Plastikkanister Mineralwasser ein, der im Auto-Kofferraum stationiert wurde. Von diesem Vorrat konnte ich nach Bedarf in eine kleinere leichte Plastikflasche umfüllen. Einige Ratgeber empfehlen, auch zum Zähneputzen Mineralwasser zu benutzten.

Ich hatte kein festes Ziel, sondern nur die Richtung Südwesten im Kopf. So führte mich mein Weg zunächst vom Aeroporto auf der Autostrada PM-20 und PM-1 um Palma herum und auf der C-719 an Santa Ponsa und Paguera vorbei nach Puerto de Andraitx. Dort hatte ich mir bereits das Hotel Brismar per Internet als eine mögliche erste Bleibe herausgesucht. Es liegt inmitten der Stadt direkt an der Hafenbucht und ist nachts relativ ruhig. Für 7.490 Pstas (45 €) war ein Zimmer incl. Frühstücksbüfett zu haben.

Am Abend erkundete ich per Pkw die nordwestlichen in den letzten Jahren mit prächtigen Villen bebauten (urbanizacion) Hänge nach Startmöglichkeiten für eine Wanderung nach San Telmo, das ich von einem früheren Mallorca-Aufenthalt her kannte. Am westlichen Ende der obersten Straße Carres Miró konnte ich mein Auto parken und fand sehr schnell genau den richtigen ungepflasterten Fahrweg durch die unberührte Berglandschaft zum 318 m hohen Enrich, von dessen Höhe ich nach San Telmo hinunterblicken konnte. Die wunderschöne Natur dieser grünen Bergwelt mit weiten Blicken über Täler und Meeresbuchten beeindruckte mich sofort wieder.

So beschloss ich, das Hotel in Porto de Andraitx für eine zweite Nacht zu buchen, um am nächsten Tag vormittags nach San Telmo und am Nachmittag zurück nach Porto Andraitx zu wandern.

1. Wanderung:

Den Aufstieg des bebauten nördlichen Hanges von Puerto de Andraitx auf Asphaltstraßen ersparte ich mir am nächsten Morgen und fuhr wieder mit dem Pkw in Nordwestlicher Richtung bis ans höchste westliche Ende der befahrbaren Straßen zur Carres Miró. Über einen Mauerdurchbruch und einen Platz mit Wohlstandsmüll (Umweltbewusstsein ist offenbar bei vielen Spaniern leider noch nicht ausgeprägt, so dass alte Möbel, Kühlschränke, Getränkedosen, Plastikflaschen häufig gleich hinter den Siedlungen oder von der Autostraße den Hang hinab in die Natur geworfen werden. Abseits der Siedlungen und Autostraßen ist die Natur davon aber unberührt!) gelang ich auf meinen unbeschilderten Wanderweg, den ich rechts in östlicher Richtung beschritt. Es gibt auf dem ganzen Weg kein die Richtung anzeigendes Hinweisschild. Hilfreich ist hier ein Funkantennenmast, in dessen Richtung man gehen muss. Man kommt bald an eine Abzweigung und hält sich in einer Kurve links. Vorher kann man auch auf einem Trampelpfad quer durchs Gelände etwas abkürzen. Der unbefestigte Fahrweg führt mit einigem Auf und Ab auf einen weit sichtbaren bereits erwähnten Funkantennenmast zu. Vorher führt der Fahrweg über einen Kamm, von dem aus man rechts zum Ort S’Arraco ins Tal hinunterblicken kann.

Ich fand am Wegrand kleine blühende wunderschöne Orchideen. Die Vegetation besteht überwiegend aus Strauchwerk, Mini-Fächerpalmen, Kakteen und einzelnen Kieferngruppen. Es blüht im März allenthalben. Hin und wieder hört man das Meckern einer verwilderten Ziege oder sieht zwei bis drei dieser oft prächtigen Exemplare in einiger Entfernung oder auch mal mit wenig Scheu ganz nah.

Direkt vor dem Funkmast stößt man auf einen Fahrweg, den man etwa 80 m nach links (westlich) verfolgt, um auf der rechten Wegseite nach roten oder gelben Farbpunkten oder Pfeilen zu suchen, die auf einen Kletterpfad aufwärts über das Felsgestein des höchsten Kamms verweisen. Wenn man Glück hat, wird der Blick des Wanderers durch einen auf dem Fahrweg aus losen Steinen gelegten Pfeil an dieser Stelle auf den mit Farbmarkierungen gezeichneten Kletterpfad hingewiesen. Dieser nur an den Farbpunkten und etwas ausgetretenen Steinfärbungen erkennbare Kletterpfad führt über die höchste Erhebung auf einen schmalen Pfad, der den Wanderer rechts bergab auf einen unbefestigten Fahrweg führt. Diesen Fahrweg geht man links (westlich). Wenn man sich weiter links auf diesem Wege hält, bleibt man bis San Telmo auf dem breiten Fahrweg. Geht man geradeaus, kommt man auf später schmal werdendem Pfad steil bergab irgendwann auch wieder auf den breiten Fahrweg. Kurz vor San Telmo sperrt eine Kette und ein Tor den Weg vor Fahrzeugen ab. Man kann von dort aus auf verschiedenen Pfaden oder Wegen in den Ort gelangen. Am besten hält man sich zunächst rechts um das Felsmassiv herum (links liegt eine eingezäunte Plantage) und biegt dann hinter dem Felsmassiv in einen durch ein Gehölz führenden Pfad nach links ab. Dann stößt man auf das frisch restaurierte Kastell von San Telmo. Links führt eine Straße in den Ort. Es gibt diverse Einkehrmöglichkeiten und auch einen Laden zum Kauf von Proviant und Getränken. Von San Telmo aus kann man entweder per Schiff nach Puerto de Andraitx zurückfahren oder auf gleichem Wege etwa 2 ½ Stunden zurückwandern.

Am nächsten Morgen fuhr ich über Andraitx und S’Arranco nach San Telmo und mietete mich dort im Hostal Dragonera (Ortsmitte- Tel: 971 239086) zu einem recht günstigen Preis von etwa 60 DM ein. Das im Preis enthaltene Frühstücksbüfett in diesem Hostal am nächsten Tag war besonders hervorragend.

2. Wanderung:

Zur Klosterruine Sa Trapa (Nr. 3 im DUMONT aktiv-Wanderführer) wanderte ich vom nordöstlichen Ortsrand von San Telmo an einem kleinen Windrad vorbei über die Avinguda de sa Trapa links bis zur Finca Ca Tomevi (bemalte Hauswände). Während ich bei meinen anderen Wanderungen nur selten andere Wanderer traf, war dieser Wanderweg von vielen Wanderern stark frequentiert. Die Finca lässt man rechts liegen und folgt nicht dem nach Sa Trapa ausgeschilderten Fahrweg nach rechts direkt um die Finca herum, sondern geht geradeaus in den Wald hinein. Dort wandert man, den roten Farbmarkierungen folgend, zunächst auf einem breiteten, bald aber auf schmalen Pfaden aufwärts, kommt an zwei Steinpfosten auf der linken Seite vorbei und hält sich weiter geradeaus.

Hinter den Resten eines Hauses, hält man sich rechts auf dem Wanderweg und gelangt über etliche Serpentinen steil bergauf westlich an der Felswand entlang, immer weiter aufwärts, mit herrlichen Blicken über den Wald und Hang hinweg auf das Meer und die Felseninsel Dragonera, über einige Felspartien kletternd und dann auf einem Pfad wieder bergab zu den Ruinen des in 270 m hoch über dem Meer gelegenen um 1835 aufgegebenen und derzeit restaurierten Trapisten-Klosters hinauf.

Es liegt, von hohen Bergen geschützt, in einem kleinen zum Meer hin geöffneten Hochtal. Die umgebenden Terrassenfelder, eine restaurierte, einst von einem Esel bewegte, Mühle, ein runder Dreschplatz und ein Mirador (Ausblickbalkon) sind sehenswert. Die nach der Revolution in Frankreich 1789 nach Mallorca verschlagenen, streng asketisch (Schweigegebot, vegetarische Ernährung) lebenden Trapisten lebten hier bis 1835 sehr autark von ihrer eigenen Hände Arbeit. Die Terrassenfelder und Bewässerungsanlagen zeugen noch heute von ihren landwirtschaftlichen Fähigkeiten.

Den Abstieg nahm ich zunächst aufwärts über den 370 m hohen Pass und dann in etlichen Serpentinen abwärts auf dem Fahrweg östlich des Berges entlang an einem ausgetrockneten Torrent (Sturzbach) entlang durch die wilde Bergwelt. Diesen Rückweg kann man nicht verfehlen. Die reine Wanderzeit ohne Pausen beträgt insgesamt ca. 3 ½ Stunden. Verpflegung und Getränke muss man mitnehmen.

Nach der Übernachtung und dem ausgiebigen Frühstücksbüfett in San Telmo fuhr ich am nächsten Morgen über S’Arranco und Andraitx und dann auf der Küstenstraße C-710 mit herrlichen Landschaftsausblicken auf Olivenplantagen, Berge und Meer nach Estellencs, wo ich ein sehr schönes und ruhiges Quartier in einem gepflegten Hotel (ca 80 DM incl. einfachem Frühstück) direkt an der C-710 fand. Gleich, nachdem ich mein Zimmer bezogen hatte, unternahm ich meine

3. Wanderung:

Ich fuhr mit dem Wagen zurück zum km-Stein 97 zwischen dem Mirador Ricard Rocar und Estellencs auf der C-710, parkte dort mein Auto am Straßenrand und stieg über den dort beginnenden Fahrweg zur in öffentlicher Hand befindlichen Finca Son Fortuny aufwärts (Nr. 5 im DUMONT aktiv-Wanderführer). Bei einem gleich neben der Straße befindlichen Picknickplatz mit Wasserzapfstelle zog ein Beamter in Zivil der Guardia Civil offenbar routinemäßig aus einem Abfallbehälter eine Umhängetasche, die dort offensichtlich von einem Dieb geleert hinterlassen worden war, zeigte sie mir demonstrativ und bedeutete, dass das alltägliches Geschäft sei. Fazit: Nichts Wertvolles im Auto hinterlassen! Den Anweisungen meines Wanderführes folgend, ging ich auf dem Fahrweg bis zu einem weiteren mit Tischen, Bänken und einer Feuerstelle ausgestatteten Picknickplatz, an dem links an einer kleinen Köhlerhütte mit Grasdach vorbei ein schmaler steiniger Wanderpfad bergauf führt. Diesem folgte ich steil bergauf bis auf eine felsige Hochebene. Hier stößt man auf einen Weg, der nach links zum Galatzó, nach rechts zum Esclop ausgeschildert ist. Ich ging rechts über die steinige Hochebene östlich der Serra des Pinotells, wo der Weg nur durch gelbe Farbkleckse und Steinpyramiden kenntlich gemacht, gerade so eben durch diese Zeichen zu finden ist. Laut Wanderführer sollte ich an einem Sattel bei einer lichten Kiefergruppe „weglos“ durchs Gelände „über den höchsten Punkt des Sattels“ gehen. Das war mir zu ungenau beschrieben und schien mir riskant, so dass ich dem markierten Weg weiter folgte und später auch wieder auf den im Wanderführer beschriebenen weiteren Weg traf. An der Penya Blanca (783 m) vorbei gelangt der markierte Weg zur Passhöhe Coll de sa Font des Quer (734 m) direkt unterhalb des mächtigen Felsens des Esclop (927 m). Dort auf der Hochebene weiden auf dem Gelände eines verfallenen Berghofes mit Glocken behängte Schafe. Von hier an geht es, vorbei an einer gefassten Quelle, auf einer schmalen Trittspur durch Dissgras-Büschel immer abwärts durch eine sich immer weiter verengende romantische Schlucht, in der verwilderte Ziegen weiden. Weit unten kommt man über das Gelände der Finca Es Grau durch eine Olivenplantage auf einen Fahrweg, der rechts durch eine Mandelplantage und am Waldrand in westlicher Richtung zur Autostraße C-710 hinunterführt. Dort stößt man an einen Zaun mit Tor, das laut Wanderführer ohne Schwierigkeiten zu passieren sein soll. Es blieb mir jedoch nur die Möglichkeit, links vom verschlossenen Tor über den Zaun zu klettern. In nördlicher Richtung (rechts) kommt man auf der Straße zum Restaurant Es Grau und zum Mirador Ricard Roca. Ich musste von dort noch etwa 10 Minuten auf der Straße zum km-Stein 97 wandern, wo ich mein Auto wohlbehalten vorfand.

In dem Hotel in Estellencs blieb ich nur eine Nacht. Dann fuhr ich weiter in nordöstlicher Richtung auf der C-710 über Banyalbufar. Dort war ein Hostal noch im Winterschlaf, in einem Hotel sollte ein Einzelzimmer pro Nacht 30.000 Pstas (352 DM !) kosten. Das war mir entschieden zu teuer. So suchte ich um Valldemossa herum und in Deià weiter. Entweder waren die von mir befragten Hotels voll belegt, noch geschlossen oder mir auch zu teuer. Unterwegs erzählte mir jemand, er habe in Sóller mitten in der Stadt gesehen, dass man dort sehr preiswert wohnen könne. Diese Stadt böte auch ringsherum gute Möglichkeiten für Bergwanderungen. So fuhr ich also nach Sóller. Zunächst war ich etwas erschrocken, in einer nicht gerade hübschen Stadt unterkommen zu müssen, habe es später jedoch nicht bereut, dort drei Nächte verbracht zu haben. Ein Hotel, das ich befragte, war geschlossen. In einer kleinen Pension wurde mir ein penetrant nach kaltem Zigarettenrauch stinkendes Fünfbettenzimmer angeboten. Es lag an einer engen Gasse, durch das gerade einige Halbwüchsige auf ihren lautstarken Mofas mit ohrenbetäubendem Lärm knatterten. Ich fand dann aber doch noch eine meinen Bedürfnissen durchaus angemessene Bleibe: Das Hostal Nadal (nadal = anspruchslos) in der Carrer de la Romaguera 29 (Tel.+Fax: 971 631180) bot mir die Übernachtung in einem einfachen, spartanisch eingerichteten, aber sauberem Zimmer mit kalt+warm Wasser incl. Handtüchern und täglicher Reinigung für 2.500 Pstas (29,40 DM). Etagen-Toilette und -Bad auf dem Flur nahm ich bei dem Preis in Kauf. Das Frühstück für 600 Pstas (gut 7 DM) nutzte ich nur einmal. Für den Preis konnte ich mich um die Ecke beim Lebensmittelhändler allemal für besser ein Frühstück eindecken. Messer, Löffel, Trinkbecher, Tauchsieder und Teebeutel hatte ich ohnehin im Gepäck. Man muss nur sehen, dass man kein Zimmer zu Straße raus erhält. Dort knattern wieder die Mopeds. Die meisten Zimmer liegen nach hinten zum Garten hinaus. Bei Sonnenaufgang wird man von um die Wette krähenden Hühner- und gackernden Truthähnen sehr harmonisch geweckt. Zwei Nächte erschienen mir für die Stadtlage recht ruhig. In der dritten Nacht hatte jemand seine Fensterläden nicht richtig verriegelt. Im Wind knallten diese ständig gegen die Hauswand. Davon immer wieder aus dem Schlaf gerissen, hörte ich dann die hausinternen Geräusche um so mehr.

4. Wanderung:

Mit einer nostalgischen Straßenbahn, wie wir sie bei uns in Deutschland in den 30er und 40er Jahren kannten, fuhr ich am Nachmittag meines ersten Tages in Sóller nach Puerto de Sóller, stieg gleich am Ortseingang aus, (Nr. 15 im DUMONT aktiv-Wanderführer) ging links etwa 200 m über die autofreie mit hohen Dattelpalmen geschmückte Strandpromenade bis zu einer Telefonzelle. Dort zweigte ich vor der Bar Las Delicias II links in eine schmale Straße ab und wanderte zunächst über eine schmale Autostraße bis zu dem Hotel Rocamar und von dort aus auf einem links hinter dem Hotel aufsteigendem schmalen Wanderpfad rechts aufwärts.

In dem DUMONT aktiv-Wanderführer ist an dieser Stelle nicht genau beschrieben, dass dieser Wanderpfad gleich hinter dem Hotel nach rechts oder links verzweigt. Auf jeden Fall rechts hinauf! Der als gepflasterte Karrenweg geschriebene Wanderweg gleicht aber eher einer Treppe. Der Blick über die Bucht von Puerto de Sóller von der höher gelegenen Olivenplantage aus, durch die ich dann kam, über weidende Esel hinweg ist phantastisch. In etwa drei Stunden mit verhältnismäßig geringem Höhenunterschied wanderte ich die zehn Kilometer um den Bergrücken Muleta Petit, auf dem Pass die Autostraße C-710 kreuzend (siehe meine Wanderung Nr.6) durch uralte mediterane Kulturlandschaft mit umfangreichen Ölbaum- und vorbei an Zitronen- und Orangenplantagen zurück nach Sóller.

So viele Olivenbäume, Zitronen- und Orangenplantagenplantagen wie um Sóller herum, bekam ich nirgends woanders zu sehen Fruchttragende und gleichzeitig blühende Orangenbäume beglücken im März den erstaunten Wanderer aus dem zu dieser Jahreszeit noch grau-tristen Mitteleuropa.

5. Wanderung:

Die körperlich anstrengendste Bergwanderung unternahm ich von Sóller aus über Biniaraix auf alten Pilgerpfaden durch die romantische Schlucht Es Barranc steil aufwärts zum 957 m über Sóller thronenden Mirador de l’Ofre (Nr. 16 im DUMONT aktiv-Wanderführer). Der Blick vom 957 m hohen Mirador de l'Ofre über Sóller und Porto Sóller zur Mittelmeerküste ist die Krönung des anstrengenden Aufstieges.

Hoch über der Stadt hat man einen erhabenen Rundblick über die Bergwelt um Sóller und über den Kamm der Serra de Alfabia auch auf das Inselinnere. Ab Ortsausgang von Biniaraix in der Nähe des alten Waschhauses ist der Weg gut ausgeschildert und kaum noch zu verfehlen. Für die gesamte Strecke braucht man hin und zurück ohne Pausen etwa 6 Stunden. Verpflegung muss man mitnehmen. Für diese mehr als 900 m Höhenunterschied überwindende Gebirgswanderung benötigt man gute Kondition! Alleine für die Gehzeit braucht man etwa 6 Stunden.

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6. Wanderung:

Zum Abschluss meines einwöchigen Mallorca-Wanderurlaubs pilgerte ich mit leichten Höhendifferenzen über einen alten Verbindungsweg am Hang oberhalb der Küstenstraße C-710 vom Gutshof Can Prohom zum Künstlerdorf Deià. Man kann diese Wanderung direkt von Sóller aus beginnen. Da ich mir den Aufstieg ersparen wollte und diesen Weg schon von meiner 4. Wanderung her kannte, fuhr ich mit dem Wagen in Richtung Deià soweit bergauf, bis direkt hinter je einem großen Hause auf jeder Straßenseite vor einer scharfen Kurve nach links auf dem Kamm das Meer in Sicht kommt. Dort zweigt scharf nach rechts eine Seitenstraße ab. Ein schon etwas verblichenes Hinweisschild zu einem Restaurant steht direkt an diesem Abzweig. Hier konnte ich meinen Wagen am Straßenrand parken. Ich lief die C-710, auf der ich eben gekommen war, in Richtung Sóller etwa 60 m zurück. Direkt hinter dem Haus auf der rechten Seite geht ein Fahrweg bergauf. Man folgt ihm, bis er bei einer halb verfallenen Kapelle auf den ausgeschilderten Wanderweg von Sóller nach Deià stößt. Hier geht es rechts leicht aufwärts über das Gelände des Gutshofs Can Prohom nach Deià. Nachmittags bietet dieser Hof in der altehrwürdigen Haushalle Kaffee, Kuchen und Spezialitäten an. Auf dem Hof stehen Gartenstühle und Tische, an denen man verweilen und sich stärken kann. Man muss zwei Hoftore durchschreiten und kommt dann wieder auf den Wanderweg, der durch Wald und an Olivenplantagen vorbei führt. Auf halbem Wege nach Deià liegt auf einer Anhöhe links direkt am Weg ein altes Gehöft aus dem 13. Jahrhundert, das sich ununterbrochen im Besitz der selben Familie befindet. Hier wird frischgepresster Orangensaft, Kuchen und als landesübliche Spezialität kalte mallorquinische Pizza angeboten, die man bei einer Wanderpause im Garten genießen kann. Das Besondere an diesem Hause ist jedoch eine alte, originäre, von einem Esel angetriebene, Oliven-Ölpresse, wie sie bis in die 40er Jahre des 20. Jahrhunderts verwendet wurden und heute nur noch selten besichtigt werden können. Wenn man Glück hat, darf man auch einen Blick in das sehenswerte alt-mallorquinische Wohnzimmer mit historischem Inventar und Holzkohleofen werfen.

Nach gut einer Stunde kommt man vor Deià auf die Autostraße C-710, auf der man ein Stück nach links in Richtung Deià laufen muss, bis an der rechten Straßenseite ein ausgeschilderter Wanderweg an einem Landgut vorbei talwärts durch Olivenhaine führt. An einer kaum befahrenen Asphaltstraße bietet sich die Alternative, entweder gleich bergauf nach Deià oder zunächst links in Richtung Cala Deià zu wandern, einer kleinen Bucht mit Badestrand (siehe Nr. 10 im DUMONT aktiv-Wanderführer, deren Strecken ich hier teilweise beging). Dieser Abstecher lohnt sich auf jeden Fall. Zurück geht es bis zu der Stelle, wo ich auf diese Straße stieß. Von dort gibt es zwei Möglichkeiten, aufwärts zum Künstlerdorf Deià zu kommen. Ich wählte den Wanderpfad über eine Brücke, die einen Bach überquert. Durch einen Olivengarten und malerische Straßen stieg ich immer weiter aufwärts bis zu der den ganzen Ort überthronenden Kirche, die ich leider verschlossen fand. In Deiá gibt es etliche kunstgewerbliche Läden und einige Restaurants, sowie Lebensmittelgeschäfte. Um nicht wieder ins Tal hinab und dann wieder aufwärts steigen zu müssen, wählte ich als Rückweg die Autostraße bis zu dem rechts von der Straße aufsteigenden von der Hinwanderung bekannten ausgeschilderten Wanderweg, der mich wieder zu meinem Autoparkplatz führte. Für Hin- und Rückweg benötigt man ohne Einrechnung der Pausen jeweils etwa 1 ½ Stunden.

Leider hatte ich nur eine Woche Zeit zum Wandern. Aber auch in sieben Tagen kann man bei diesen herrlichen Wanderungen viele Eindrücke sammeln und lange davon zehren. Diese Zeilen sollen Geschmack machen.


Http://www.Mallorca.de
Http://www.Mallorca.de/mallorca_aktuell/thema_des_monats0401.shtml

+++ Wandern: Für Kenner & Liebhaber +++

Die grandiose Insellandschaft lässt sich natürlich auch hervorragend zu Fuß erkunden. Nicht gerade in den heißesten Sommermonaten, aber bis Ende Juni steht dem gemütlichen Reisen auf Schusters Rappen nichts im Wege. MALLORCA WANDERN heißt ein hilfreicher Streckenplaner durch die zerklüftete Berglandschaft der Insel.

Mit 50 angekündigten Tourenvorschlägen, von denen bislang leider nur zehn ausführlicher beschrieben werden. Dennoch liefert die Site viel wertvolle Information, worauf man bei Planung und Durchführung einer Wanderung in Mallorca achten sollte. Und wer will, kann sich über die Website gleich einer organisierten Tour anschließen...


Http://www.mallorca-wandern.de

Http://www.mallorcahotelguide.com
Http://www.finca-mallorca.de
Http://www.mallorca-domizil.de



© Jürgen Ruszkowski

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Band 28 - Band 28

Monica Maria Mieck:

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Texte der Hoffnung

besinnliche Kurzgeschichten und lyrische Texte

ISBN 978-3-00-019762-8

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Band 29 - Band 29

Logbuch

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und andere

Seemannsschicksale

Seefahrerportraits

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Anthologie

ISBN 978-3-00-019471-9

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Band 30 - Band 30

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Schiffe, Häfen, Mädchen

Seefahrt vor 50 Jahren

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Band 31 - Band 31

Thomas Illés d.Ä.

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Fortsetzung in Band 32

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Band 33 - Band 33

Jörn Hinrich Laue:

Die große Hafenrundfahrt in Hamburg

reich bebildert mit vielen Informationen auch über die Speicherstadt, maritime Museen und Museumsschiffe

184 Seiten mit vielen Fotos, Schiffsrissen, Daten

ISBN 978-3-00-022046-3

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Band 34 - Band 34

Peter Bening

Nimm ihm die Blumen mit

Roman einer Seemannsliebe

mit autobiographischem Hintergrund

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Band 35 - Band 35

Günter George

Junge, komm bald wieder...

Ein Junge aus der Seestadt Bremerhaven träumt von der großen weiten Welt

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Band 36 - Band 36

Rolf Geurink:

In den 1960er Jahren als

Seemaschinist

weltweit unterwegs

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Band 37

geplant:

Einige maritime Buchhandlungen in Hamburg in Hafennähe haben die "Seemannsschicksale" meistens vorrätig:

HanseNautic GmbH, Schifffahrtsbuchhandlung, ex Eckardt & Messtorff, Herrengraben 31, 20459 Hamburg, Tel.: 040-374842-0, www.HanseNautic.de

WEDE-Fachbuchhandlung, Hansepassage, Große Bleichen 36, Tel.: 040-343240.

Schifffahrtsbuchhandlung Wolfgang Fuchs, Rödingsmarkt 29, 20459 Hamburg, Tel: 3193542, www.hafenfuchs.de

Ansonsten auch bei Buchhandlungen in der Regel nur über mich bestellbar

Ich sammle weitere maritime Lebensläufe und Erlebnisberichte. - Wer erzählt mir noch aus seinem Seemannsleben?

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Seemannsschicksale

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erwähnte Schiffe E - J

erwähnte Schiffe S-Z

erwähnte Personen

erwähnte Schiffe

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Lesermeinung zu Band 24:

Der Band "Traumtrips und Rattendampfer" ist ein sehr gut gelungenes Abbild der Seefahrt. Endlich hat jemand den Mut zu einer ehrlichen Darstellung, besonders "hinter den Kulissen", gefunden. Vieles kann ich nur bestätigen, einiges war auch für mich neu. Hervorzuheben und beeindruckend sind die geschilderten Hierarchieverhältnisse an Bord, das zwangsweise Zusammenleben aller Besatzungsmitglieder, die wahre Beschreibung bei Begegnungen mit der 3. Welt sowie das tabulose Darstellen aller Lebensgewohnheiten an Bord und bei Landgang. Auch ist es unbegreiflich, was Profitsucht aus einem Menschenleben machen kann! Alle Härten auf See, aber auch die Schönheiten der Welt sind vom Funker Mario Covi in ausgezeichneter Weise dargestellt. Bestimmt könnten viele ehemalige Seeleute dicke Bände schreiben, aber leider hat nicht jeder das Talent von Herrn Covi dazu. Oft verblassen auch die Erinnerungen zu schnell und so wird vieles bedauerlicherweise ungesagt bleiben. --- Nochmals vielen Dank für die interessanten Aufzeichnungen von Herrn Mario Covi und auch für die Bemühungen zum Druck von Herrn Jürgen Ruszkowski.

Peter J.

Seemannssprache

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weitere Bände geplant

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Bücher in der gelben Buchreihe" Zeitzeugen des Alltags" von Jürgen Ruszkowski:

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Wenn Sie an dem Thema "Seeleute" interessiert sind, gönnen Sie sich die Lektüre dieser Bücher und bestellen per Telefon, Fax oder am besten per e-mail: Kontakt:

Meine Bücher der gelben Buchreihe "Zeitzeugen des Alltags" über Seeleute und Diakone sind über den Buchhandel oder besser direkt bei mir als dem Herausgeber zu je 12,00 € Euro, (Band 7 = 12,80 € ) zu beziehen, bei mir in Deutschland portofrei (Auslandsporto: ab 3,00 € )

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Maritime books in German language: fates of international sailors

Los libros marítimos en el idioma alemán: los destinos de marineros internacionales:

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Empfehlungen:

Zum Thema "Seemannsschicksale" passend wird empfohlen: "Westsee" von Hans Gert Franzkeit. Er schildert die Seefahrt der 1950er Jahre. Verlegt über BOD -